Wisst Ihr was wir sehr gerne machen? Wir sehen uns sehr gerne alte Schlösser an. Es ist jedesmal wie eine Reise in die Vergangenheit. Ich denke allerdings, dass viele Dinge in dieser Vergangenheit nicht besonders praktische waren. Allein die Größe dieser Gebäude, wie soll man das denn vernünftig beheizen? Und die vielen Menschen, die in so einem Schloss lebten. Ich glaube, die meisten davon würden mir ziemlich auf den Keks gehen. Aber so ist das: andere Zeiten – andere Sitten. Obwohl ich mir diese alten Kästen wirklich gerne anschaue, sie geben auch immer wieder hervorragende Fotomotive ab, ich fühle mich in der heutigen Zeit ganz gut aufgehoben.
Château de Bosmelet
Auch hier ein Standpunkt der V1 Abschussrampe. Diese konnte durch die Alliierten jedoch rechtzeitig zerstört werden. Leider wurde dabei das Schloss beschädigt, was nach der Renovierung aber nicht auffällt. Es ist eines der wenigen Schlösser die weitesgehend im Originalzustand sind. Die meisten Schlösser wurden im 19. Jahrhundert massiv umgebaut.
Im Park gibt es die längste Lindenallee Europas, welche bereits 1718 angelegt wurde.


Im Schloss Bosmelet lebte viel Jahre ein französischer Graf. Der Duc de la Force war Gouverneur der Normandie, vor allem aber Hofmeister von Ludwig dem 15. Heute lebt hier ein französischer Künstler, Autor, Bühnenbildner, Choreograf – Alain Germain. Er kaufte das Schloss 2016 und renovierte es.



Château de Miromesnil
Auch dieses Schloss aus dem 16. und 17. Jahrhundert befindet sich in Privatbesitz. Es handelt sich um die Nachkommen des Marquis de Miromesnil, der seinerzeit hier lebte. Bekannt wurde das Schloss durch Guy de Maupassant (französischer Schriftsteller und Journalist), der am 05.08.1850 ihr geboren wurde. Seine Eltern hatten damals das Schloss gemietet.


Der wunderschöne Obst- und Gemüsegarten versorgt heute noch das Schloss. Im Nebengelass kann man Zimmer für Übernachtungen mieten.

Château d´Arques-la-Bataille
Das auf der gleichnamigen Gemeinde erbaute Schloss von Arques-la-Bataille war Zeuge zahlreicher Schlachten und Angriffe.
Der Bau der Burg wurde im 11. Jahrhundert von Wilhelm von Arques, dem Onkel des berühmten Herzogs der Normandie und englischen König Wilhelm des Eroberers, in Auftrag gegeben.
Das Schloss ging dank einer berühmten Schlacht zwischen König Heinrich IV. und Truppen der Liga in die Geschichte ein, einer katholischen Partei, die es damals geschafft hatte, Heinrich III. aus der Hauptstadt zu vertreiben.
Mit nur 7.000 Männern gegenüber 30.000 gelang es König Heinrich IV., die Schlacht zu gewinnen.
Das Schloss wurde später militärisch aufgegeben: Die Bewohner durften das Schloss sogar von König Ludwig XVI. als Steinbruch nutzen.


Château de Bois-Herouldt
Erbaut ab 1715 ist es von Außen nicht sonderlich beeindruckend. Wir fanden es eher langweilig. Dafür hat es einen sehr großen Park mit 22 Hektar. Die Anlagen sind sehr gut gepflegt, entsprachen aber nicht dem was wir erwartet hatten. Hier hat man offensichtlich den ganzen Prunk entfernt und sich für praktische Rasenflächen entschieden. Haus und Hof befinden sich in Privatbesitz.




Château de Martainville
Das Schloss wurde ab 1485 von dem aus Rouen stammenden Kaufmann Jacques Le Pelletier errichtet und ist ein gutes Beispiel für einen französischen Adelssitz am Übergang von der Gotik zur Renaissance. Lange Zeit immer an die Söhne weitervererbt, gelangte das Schloss ab 1781 als Erbe über die weibliche Linie in den Besitz verschiedener Adelsfamilien. Ab dem 18. Jahrhundert nur noch zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt, verfiel das Haupthaus der Anlage allmählich, ehe der französische Staat sie 1906 erwarb und damit vor dem Abriss bewahrte. Vollständig restauriert, ist das Schloss heute Heimat des Musée des Traditions et Arts Normands, einem Museum für normannische Kunst und Volkskunde. Quelle: Wikipedia
Dieses Schloss hat es uns angetan. Man kann hier wunderbar im Garten sitzen und den Anblick des Hauses genießen. Das Wetter könnte man dabei gleich mitgenießen, aber gestern war es sehr windig, so dass wir nach relativ kurzer Zeit wieder gegangen sind. Von innen konnten wir es auch nicht besichtigen, denn Dienstag ist Ruhetag. So ist das nun mal bei Schlössern, die dem französischen Staat gehören.







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