Hooksiel

Wir schippern weiter nach Hooksiel. Der Plan ist eine Nacht vor der Schleuse zu bleiben um am nächsten Morgen die Fahrt über das Wattenmeer anzutreten. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich manchmal eine Schissnase bin. Deshalb wollte ich bei dieser Fahrt auch nicht dabei sein. Mein Plan sah vor am nächsten Tag mit Bus und Bahn unser nächstes Ziel zu erreichen. Doch erst mal kam alles anders als geplant.

Wir bekamen einen Liegeplatz neben zwei Fischkuttern zugewiesen. Von unserem Boot auf den ersten Fischkutter zu kommen war kein Problem, auch nicht auf den zweiten Fischkutter zu kommen. Dieser hatte zwischen sich und der Spundwand allerdings einen so großen Kugelfender zu hängen, der es mir unmöglich machte an die Leiter zu kommen. Meine Beine waren dafür einfach zu kurz. Gedanklich war ich nun bei der Fahrt über das Wattenmeer dabei und sah mich schon wieder völlig verkrampft und irgendwo festgekrallt mehrere Stunden übers Meer schaukeln. Unser Steuermann hat sich aber nochmals vorbildlich auf die Fahrt vorbereitet und dabei festgestellt, dass für den nächsten Tag ein viel zu starker Wind vorhergesagt war. Nun wurde eine ganze Weile darüber beraten ob man fährt oder lieber nicht. Als ich ins Bett ging gab es noch keine Entscheidung. Da ich meine Pappenheimer aber sehr gut kenne, dachte ich mir schon das wir am nächsten Tag nicht fahren werden. Und so war es dann auch. Mit der ersten Schleusung fuhren wir ins Landesinnere und verbrachten zwei schöne Tage in Hooksiel.

Vom Regen überrascht

Am zweiten Abend fahren wir wieder vor die Schleuse, denn die Tidezeiten richten sich nicht nach den Schleusezeiten. Diesmal dürfen wir neben einem Schiff der Seenotrettung festmachen. Der Haken dabei war nur, hätte es in der Nacht einen Notruf gegeben, hätten wir dort sofort weg gemusst. Notfalls hätte man unsere Leinen gekappt. Zum Glück ist nichts passiert und wir hatten eine ruhige Nacht. Der Fahrt über das Wattenmeer steht nun nichts mehr im Wege. Während meine Männer nun in den Sonnenaufgang fahren mache ich mich auf einen einstündigen Fußmarsch zum Bus. Wir werden uns später am Tag in Bremerhaven treffen.

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